Professkerzen

Tage der Spiritualität in Rom

Veröffentlicht am: 16. Januar 2015

Zum 33. Mal fanden Anfang des Jahres die „Tage der Spiritualität der Salesianischen Familie“ statt. Über 300 Mitglieder der inzwischen 30 Gruppen der Don-Bosco-Familie waren aus der ganzen Welt vom 15. Januar bis zum 18. Januar 2015 ins Salesianum nach Rom gekommen, um sich mit dem Jahresleitgedanken des Generaloberen Don Artime „Wie Don Bosco: mit den Jugendlichen, für die Jugendlichen!“ zu beschäftigen. Dabei war das Tagesprogramm geprägt durch Gebet, gemeinsamen Gottesdienst und Vorträge zu den unterschiedlichsten Themen. Die Atmosphäre lässt sich mit Worten kaum wiedergeben. Einen Eindruck kann man mittels der kurzen Tageszusammenfassungen im Internet gewinnen.

 

Der erste Tag stand unter der Überschrift „Wie Don Bosco: ein Charisma der Evangelisierung“. Nach dem Ankommen, einem gemeinsamen Gottesdienst, den Begrüßungsworten des Generaloberen und einem gemeinsamen Gebet beschäftigten sich die drei Vorträge noch einmal zusammenfassend mit den Themen Geschichte, Pädagogik und Spiritualität der drei Vorbereitungsjahre auf das diesjährige Jubiläumsjahr. Abends wurde zunächst ein Video präsentiert, das die Don-Bosco-Familie vorstellt.

Dann erläuterte der junge Künstler des Plakats des diesjährigen Jahresleitgedanken sein Bild. Das in Bau befindliche Gebäude stehe für die Wirklichkeit der Jugendlichen, die auch noch nicht fertig ist, aber auch für ihre prekäre Situation und die Herausforderungen, die viele Jugendlichen heute leben müssen. Die Jugendlichen seien die Erbauer einer neuen Welt und können nicht sich selbst überlassen werden. Don Bosco befindet sich an diesem riskanten Ort mitten unter ihnen. Auch nach 200 Jahren ist Don Bosco immer noch bereit, die Jugendlichen in ihrem Alltag zu treffen, auch wenn dies bedeutet, sich in eine Wirklichkeit zwischen Himmel und Erde zu begeben, in der es keinen festen Punkt mehr gibt, der ein Minimum an notwendiger Sicherheit bietet, um mit dem Leben zu beginnen. Don Bosco begleitet die Jugendlichen und ist bereit, zusammen mit ihnen die Welt herauszufordern. Dabei wird er unterstützt durch die Don-Bosco-Familie, die von einem Salesianer, einer Don Bosco Schwester und einem Salesianischen Mitarbeiter Don Boscos repräsentiert wird.

Zu Beginn des zweiten Tages (Wie Don Bosco: mit den Jugendlichen) wurde nach dem gemeinsamen Gebet ein Video mit verschiedenen Aussagen von Jugendlichen aus der ganzen Welt gezeigt, was Don Bosco für sie bedeutet. Daran schloss sich die Vorstellung des aktuellen Jahresleitgedanken durch den Generaloberen an. Der Nachmittag stand ganz im Zeichen des Gebets und des gemeinsamen Austausch. Bei einer gestalteten Rosenkranzprozession wurden Ereignisse aus dem Leben Don Boscos in Beziehung zu verschiedenen Rosenkranzgeheimnissen gestellt. Ein besonderer Moment dieses Tages war die sich anschließende Gruppenarbeit zu dem Oberthema „Unterwegs mit Maria, Don Bosco und der heutigen Jugend“. Dabei war ich der französischsprachigen Gruppe zugeteilt, die nur sieben Mitglieder hatte, was den Austausch besonders intensiv werden ließ. Nach einer Vorstellungsrunde, bei der wir auch über die „Geburtsumstände“ unserer jeweiligen salesianischen Berufung berichteten, beschäftigten wir uns mit verschiedenen Fragen zum Thema. Alle Gruppen hatten weiterhin die Aufgabe, einen Teil eines „Credos der Don-Bosco-Familie“ zu formulieren, welches am Sonntag während der Abschlusszeremonie gemeinsam gesprochen wurde. Freitagabend sahen wir dann noch in einer salesianischen Einrichtung in Cinecittà ein Musical, welches von den Postnovizen, die am Philosophischen Salesianischen Institut von Nave (Provinz Brescia) studieren, aufgeführt wurde. Im Mittelpunkt des Musicals stand das Buch von Johannes Bosco „Il giovane provveduto“. Dabei ging es inhaltlich vor allem um den richtigen Umgang mit der Zeit. Der Generalobere betonte anschließend in seiner Ansprache zur Guten Nacht, wie wichtig Theater, Musik, Tanz und Spiel für die Don-Bosco-Familie bei der Erziehung der Jugendlichen seien. Mit seinem Dank für die Darsteller stellte er fest, dass Tanz und Gesang Charakterzüge des salesianischen Charismas seien.

Am Samstag gab es zu dem Thema “Wie Don Bosco: für die Jugendlichen“ mehrere Vorträge, die an aktuellen Beispielen die Tätigkeiten der Don Bosco Familie für Jugendliche vorstellten. Berichtet wurde aus Argentinien, Spanien und Deutschland. In einem weiteren Vortrag wurde ein beeindruckendes Plädoyer für eine religiöse Erziehung und Evangelisierung unter dem Titel „Nehmt denen, denen alles genommen wurde, Gott nicht weg“ gehalten. Ein letzter Beitrag stellte die geistliche Gemeinschaft „Canção Nova“ vor, die vor allem mit Hilfe der neuen Medien und sozialer Kommunikationsmittel evangelisiert. Sie war auch für die Videozusammenschnitte der einzelnen Tage verantwortlich. Abends gab es dann einen Bunten Abend mit verschiedenen Beiträgen.

Das Leitthema des Sonntags hieß: Mit Don Bosco, in Gottes Plan eingebunden. Nach dem Gottesdienst mit einer Predigt des Generaloberen begann die Abschlussveranstaltung. In ihrem Rahmen wurde auch das am Freitag erarbeitete „Credo der Don-Bosco-Familie“ gemeinsam gesprochen. Zu Beginn seiner Schlussansprache betonte der Generalobere Don Angel Artime, dass seiner Meinung nach der Inhalt dieser Rede noch wichtiger werden könne als der Jahresleitgedanke, da sie ein Programm enthalte, in dem wir alles wirklich wichtige für das aktuelle Sessenium für die Don-Bosco-Familie finden. Hier nun handle es sich um eine erste Präsentation seiner Gedanken, die im Nachgang noch genauer zu fassen seien, damit es wirklich ein Programm für die Don-Bosco-Familie werde, in dem sich jede Gruppe das für sie Wichtige unterstreichen könne. Der Generalobere stellte dann in sechs Punkten die gegenwärtigen und zukünftigen Herausforderungen für das Charisma der Don-Bosco-Familie heraus:

  1. Unser Erbgut muss wie jenes von Don Bosco in Jesus zentriert bleiben.
  2. Die charismatische Vorliebe für die Jugendlichen, vor allem für die Ärmsten
  3. Aus Treue zum Charisma: die Jugendlichen evangelisieren.
  4. Teilhabe am Geist und an der Sendung Don Boscos innerhalb der Don-Bosco-Familie und mit den Laien.
  5. Die missionarische Dimension unserer Familie als Treuegarantie zu einem authentischen Charismas Don Boscos
  6. Keine Macht und Stärke, sondern ein Dienst in Demut

Als Salesianische Mitarbeiterin Don Boscos durfte ich für die Region Mitteleuropa West der SMDB an diesen Tagen teilnehmen. Am Samstag nach dem Mittagessen gab es ein kurzes SMDB-Treffen mit der Weltkoordinatorin Noemi Bartola und den Weltdelegierten Don Casti und Schwester Leslye. Dabei waren u.a. SMDB aus Italien, Kroatien, Polen, Weißrussland, Uruguay, Brasilien, Österreich, Deutschland, Slowakei, Ukraine, Belgien-Nord und den Niederlanden anwesend. Aufgrund der Zeit konnten sich die vertretenen Länder nur kurz vorstellen. Von den Vorstellungen ist mir vor allem folgendes in Erinnerung geblieben:

                In der Slowakei gibt es über 1.000 SMDB.

                In Polen sind viele junge Leute bei den SMDB. Meistens handelt es sich um Ehemalige Don Boscos oder der FMA, die einen Weg suchen, weiter eng mit der Don-Bosco-Familie verbunden zu sein. Der Delegierte Don Casti hat in dem Zusammenhang betont, dass der Übergang aus der Jugend- und der Ehemaligenbewegung der „normale“ Weg sei, SMDB zu werden.

                In Brasilien, Sao Paolo, wird ausgelost, wer das Glück hat, an den Tagen der Salesianischen Spiritualität teilzunehmen.

                Die Italiener haben ein Buch geschrieben über die Geschichte der SMDB in Italien von ihren Anfängen bis zum 2. Vatikanischen Konzil, das bei Elledici veröffentlicht wird.

Aus unserer Region Mitteleuropa-West waren SMDB aus Deutschland, Österreich, Belgien-Nord und den Niederlanden anwesend. Es ist jedoch nicht auszuschließen, dass noch weitere Provinzen unserer Region vertreten waren, da es schwierig ist, sich bei der enormen Teilnehmerzahl zu entdecken, und nicht alle zu dem Treffen gekommen waren. (Es gab leider keine Teilnehmerliste.)

Die Teilnahme an diesen Tagen war für mich eine außergewöhnliche Erfahrung, die mich menschlich und spirituell sehr bereichert hat. Ich bin sehr dankbar, dass ich diese Erfahrung machen durfte und möchte eine/n jede/n von Euch ermuntern, wenn sie/er diese Gelegenheit hat, an den Tagen teilzunehmen. Wobei ich nicht verschweigen möchte, dass Fremdsprachenkenntnisse von Vorteil sind, da z.B. die Vorträge nicht ins Deutsche übersetzt waren und es Simultanübersetzungen „nur“ für Englisch, Spanisch, Italienisch und Portugiesisch gab.

Falls Ihr noch Fragen habt oder Interesse an einem der Vorträge besteht, bitte ich Euch, Euch einfach beim Provinzrat zu melden.

 

 

Credo der Don-Bosco-Familie

 

Ich glaube an Gott, den Vater,

der am Ursprung meines Lebens steht und

der mich jeden Tag dazu einlädt, jungen Menschen Vater und Mutter zu sein

und mit liebevoller Aufmerksamkeit über die Schöpfung zu wachen.

 

Ich glaube an Jesus Christus, den guten Hirten,

dem ich in den armen und bedürftigen jungen Menschen begegne

und der mich ruft, die Freude des Evangeliums

und die apostolische Nächstenliebe

in der erzieherischen Sendung zu leben.

 

Ich glaube an den Heiligen Geist,

den liebenden Lebenshauch, gegenwärtig in jedem Menschen,

der in mir fortwährend die Bereitschaft erneuert,

den Nächsten zu dienen und alle ohne Ausnahme zu lieben.

 

Ich glaube, dass die Kirche,

Gemeinschaft der Kinder Gottes,

die sich Brüder und Schwestern wissen,

bei den Ärmsten beginnend die Frohe Botschaft verkündet

und die Freude der Auferstehung bezeugt.

 

Ich glaube, dass es in der einen Welt

durch Dialog, Vergebung und Gemeinschaft

möglich ist,

gemeinsam Frieden zu schaffen

unter der Führung unserer Mutter und Lehrerin Maria

 

Ich glaube, dass die Familie,

Wiege des Lebens und der Liebe,

ein bevorzugter Ort unseres Gebets, unserer Treue und unseres Engagements

für ein freudiges Zeugnis in unserem Umfeld ist.

 

Ich glaube, dass sich in den Kindern und Jugendlichen

die Güte und Zärtlichkeit Gottes widerspiegelt.

Sie sind als Geschenk anzunehmen und auf dem Weg der Heiligkeit durch glaubwürdige Zeugen,

die ihre Berufung mit erzieherischer Leidenschaft leben, zu begleiten.

 

Ich glaube, dass die Don-Bosco-Familie

in diesem gemeinschaftlichen Geist

in der Einheit und Verschiedenheit ihrer Berufungen

sich bildet, denkt, arbeitet und betet

für das Heil der jungen Menschen.

 

Der heilige Johannes Bosco
Johannes-Bosco

Johannes Bosco wurde am 16. August 1815 in der Nähe von Turin geboren. Sein berühmtes Zitat: "Fröhlich sein, Gutes tun und die Spatzen pfeifen lassen" spiegelt die für ihn und seine erzieherische Tätigkeit kennzeichnende Grundhaltung [...]

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100 Jahre Don Bosco in Deutschland
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Im Jahr 2016 feiert die Don Bosco Familie in Deutschland ein besonderes Jubiläum: Vor genau 100 Jahren wurde in Würzburg die erste Niederlassung der Salesianer Don Boscos in Deutschland gegründet. Alle Informationen zum Jubiläum und zum Jubiläumsfest vom 3.-5. Juni 2016 in Würzburg finden Sie auf unserer Sonderseite zum Jubiläum.

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Schon Mitte des vorletzten Jahrhunderts erkannte Don Bosco die Bedeutung und Würde der Laien. Er bezog zahlreiche Frauen, darunter auch seine Mutter Margareta, und Männer als Lehrer, Ausbilder und Erzieher in sein Jugendwerk ein. Daraus erwuchs seine Idee des „Salesianers in der Welt“, der heutigen Salesianische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Don Boscos (SMDB).

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