Auf den Spuren von Franz von Sales

Veröffentlicht am: 25. September 2022
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Alles aus Liebe- nichts aus Zwang

Erkundungsreise in die Heimat und zu Wirkungsstätten unseres Namenspatrons  Franz- von-Sales

Eine Redewendung lautet: „Willst Du einen Menschen wirklich kennen lernen und verstehen, musst Du seine Herkunft kennen“. Anlässlich des 400. Todestags unseres Namenspatrons Franz von Sales waren wir mit 50 Personen aus der deutschen und österreichischen Don -Bosco- Familie vom 3.-7.September auf den Spuren in seiner Heimat und seinen Wirkungsorten unterwegs. Schon während der Anfahrt stellten wir fest, dass unsere Reisegruppe wie ein Spiegelbild der Familie Don Boscos mit Salesianischen Mitarbeitern Don Boscos, angestellten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und weiteren Freunden des Don- Bosco- Werkes, von ihnen auch einige als Ehepaare, mit 6 Don Bosco Schwestern und 18 Salesianern zusammengesetzt war.  Wir wohnten im Bildungshaus Johannes XXIII. In Annecy.

 

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Annecy

Am ersten Besuchstag erläuterte uns Provinzial P. Reinhard Gesing zunächst Hintergründe politischer und kirchlicher Verhältnisse der damaligen Zeit, in die Franz von Sales 1567 hineingeboren wurde und in der er aufwuchs. Während seiner Ausbildung hatte er in Paris  eine tiefe Glaubenskrise, die letztendlich eine tiefere Gottesliebe in ihm bewirkte. Nach seiner Priesterweihe 1593 begann er sein erstes seelsorgliches Wirken.

Dabei stößt man wie von selbst auf Johanna Franziska von Chantal, die infolge des geistlichen Austausches als junge Witwe mit Franz von Sales die weibliche Ordensgemeinschaft der Heimsuchung gründete und selbst in die Gemeinschaft eintrat sowie leitete.  Sie gründete zu ihren Lebzeiten insgesamt 81 Klöster von Annecy aus. Am Beginn ihrer geistlichen Beziehung und Freundschaft schrieb ihr Franz von Sales das Leitwort dieses Jubiläumsjahres: „Alles aus Liebe- nichts aus Zwang.“

Von unserer Unterkunft in Annecy aus feierten wir in der dortigen Kirche, die seinen Namen trägt, die hl. Messe. Hier waren er und Johanna Franziska viele Jahre bestattet. Wir besichtigten auch das Kloster, das Franz von Sales häufig besuchte und dort mit den Schwestern geistliche Gespräche führte. Er schrieb auch unzählige Briefe. Dadurch entstand später das Büchlein: Philothea, Anleitung für ein geistliches Leben.

Einige Jahre ging Franz von Sales mit seinem Cousin, der auch Priester war, in die calvinistisch geprägte Region des Chablais. In vielen Begegnungen führte er Gespräche mit vielen Menschen über inhaltliche Glaubensfragen. Die Art der Begegnung hat viele dabei beeindruckt. Hier feierte er in einer Schlosskapelle häufig die hl. Messe. Dort befindet sich ein über tausendjährige Fresko, das Jesus in einer Mandorla als Licht der Welt zeigt. Zum Abschluss unserer Eindrücke feierten wir hier auch eine Messfeier. Zuvor hatten wir am 2. Tag in der Basilika in Annecy die hl. Messe, wo Franz von Sales und Johanna- Franziska letztendlich die endgültige Ruhestätte bekommen haben. Hier befindet sich auch am Gründungsort das Kloster der Schwestern von der Heimsuchung. Eine Schwester schenkte uns hier einen geistlichen Impuls zur Begegnung von Maria und Elisabeth. (vgl. Lk 2)

Wir waren auch in seiner Heimatkirche, in der er sich 1602 aus Bescheidenheit, statt in der Kathedrale in Annecy,  zum Bischof weihen lies.

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Geburtsstätte des Franz von Sales

Die vielen detaillierten Informationen und spirituellen Gedanken von Provinzial P. Gesing sowie Provinzial P. Siegfried Kettner und die sehr gut vorbereiten Gebete zum Morgenlob seitens der Don Bosco Schwestern, besonders Sr. Burgi Wiesinger, Sr. Elisabeth Siegl und Sr. Zäzilia Holzer haben alle Teilnehmenden zu einem intensiveren Bezug zu Franz von Sales und Johanna Franziska von Chantal verholfen. Beide entstammten dem
Adel. Sie haben umso mehr einen einfachen Lebensstil gewählt. Die beiden Heiligen sind nie nur von sich aus gegangen. Sie waren immer liebevoll offen für Begegnungen und Miteinander. So ergaben sich viele gegenseitige Unterstützungen. 

Aus dem Resüme von Teilnehmenden

Die Landschaft, in der sie lebten und wirkten, ist gleichsam liebevoll. Auch das Klima ist sehr angenehm. Sicher hat die Natur die beiden geprägt und haben darin auch die Liebe Gottes erkannt Davon waren sie innerlich geprägt. Das ist auch in unserer Zeit eine bedeutende Anregung im Umgang mit der Schöpfung Gottes.

Das Vorgehen von Franz von Sales in der schwierigen Zeit nach der Reformation kann uns gute Anregungen geben für die Ökumene von heute. In der Lebenszeit Don Boscos war das Wirken von Franz von Sales - auch geographisch - ganz nahe. Von seinem Lebensbeispiel der Seelsorge beeindruckt, hat er wohl ganz bewusst ihn seiner Gründung als Patron gegeben. Darum ist das Leben im Geist Don Boscos sicher auch in seinem Sinn, bewusst das Handeln salesianisch geprägt zu gestalten.

Zu unseren vielen Eindrücken in diesen Tagen gehörte auch, dass ein reibungsloses Miteinander möglich wurde, weil alle miteinander schon salesianisch infiziert waren. Zu dem guten Klima hat auch Josua Schwab durch kompetente und gründliche Vorbereitung sowie der Kenntnis der französischen Sprache und logistischen Durchführung der Tage beigetragen. Auch unser Busfahrer Bertl begegnete uns mit dieser Herzlichkeit. 

Das Klima in der Gemeinschaft war sprichwörtlich geprägt von Liebe und Freude. Alle haben auf ihre Art und Weise dazu beigetragen, aus einer tieferen Beziehung zum Namenspatron des Don-Bosco-Werkes, der uns so verständlich und ausführlich nahe gebracht wurde, zu leben und zu handeln.

HERZLICHEN DANK UND VERGELTS´S GOTT!

Wie Franz von Sales schließe ich mit seinem Gruß in seinen Texten
„Vivat Jesus“ und ergänze Jesus: „Bleibt in meiner Liebe“. (Joh 15)

P. Bernhard Seggewiss SDB
Jünkerath

 

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Basilika

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Reliquienschrein des Hl. Franz von Sales in der Basilika

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Reliquienschrein der Hl. Johanna von Chantal

Bild ganz oben: Herz in der Hand bei einer Statue der Hl. Johanna von Chantl