Formungstag der Ortszentren Süd zu "Synodalität"
Am 11. April versammelten sich 18 SMDB plus 4 Interessent:innen im Kloster Benediktbeuern zu Begegnung, Bildung und Besinnung; drei Teilnehmende aus der Schweiz kamen noch online dazu.
Unter dem Thema „Unsere Berufung als SMBD – Synodalität in unserer Kirche leben“, setzte P. Heinz Menz den ersten Impuls mit der Frage: „Welche Begrifflichkeiten fallen mir ein, wenn ich an meine Berufung als SMDB denke?“ Meine jeweilige Berufung zeigt sich im Dienst am anderen, es ist kein Job und keine Karriereentscheidung. Gerufen sein heißt, sich angesprochen zu fühlen. Die Quelle dieses Rufs ist Jesus Christus, der uns nicht ruft, weil wir so toll sind, sondern weil wir offen sind für seinen Ruf. Zur Offenheit für Veränderungen gehören auch immer wieder eingeübtes Gottvertrauen und Gebet. Don Bosco sagte einmal: „Ohne Vertrauen auf Gott können wir nichts tun.“
Gerda Rauch, Margit Rundbuchner, Sabine Gerhard, Anne-Marie Fella, Rita Spensberger, eine Interessentin aus München, Hedi Mayr (von links)
Jugendlichen ein Zuhause, Bildung und vor allem Wertschätzung zu geben - bei Don Bosco ist das unverzichtbar. Um Wertschätzung zu zeigen, braucht es auch immer wieder viel, viel Geduld, ohne moralischen Druck auszuüben. Wenn etwas scheinbar nicht geht wie gedacht, nicht sagen: „Dann lassen wir’s!“ Hätten die Mönche früherer Zeiten so gedacht, gäbe es so manches Kloster wie Benediktbeuern gar nicht. ‚AMOREVOLEZZA‘ heißt, nicht ständig zu ermahnen oder zu kritisieren, nicht das Gefühl aufkommen zu lassen, hoffentlich werde ich nicht erwischt. Und ein zweiter Schlüsselbegriff Don Boscos ist ‚FREUDE‘.
Gestaltete Raummitte
Zur „Synodalität“ stellte P. Menz nach dem Mittagessen klar: „Das ist keine Methode, es ist eine geistliche Haltung.“ Dieses ‚gemeinsam gehen‘ ist kein einfacher Prozess, angesichts eines breiten Spektrums an Wünschen. Es muss der Diskurs gefördert werden, denn jeder hat etwas beizutragen. Es geht ums Gehörtwerden. Papst Franziskus führte darum auf der letzten von ihm geleiteten Synode eine neue Gesprächskultur ein. Nach jedem einzelnen Redebeitrag wurde eine Zeitlang geschwiegen, um gezwungen zu sein, darüber nachzudenken, was gerade wirklich gesagt wurde.
Geschmückte Hauskapelle
Synodalität lädt uns ein, Kirche neu zu denken, als eine Gemeinschaft an der alle Anteil haben. Es ist ähnlich wie bei einer Seilschaft beim Klettern vor einer Gletscherspalte. Wie können alle auf die andere Seite mitgenommen werden, obwohl Mut und Kondition ungleich verteilt sind? Man muss das Ziel fest im Blick haben, dann gelingt es.
Heinz Menz, Heidi Kneißl, Dr. Jutta Reuter, ein Interessenten-Ehepaar aus München, Paul Klein (von links)
Danach schickte P. Menz vier Kleingruppen zu einer praktischen Übung in den blühenden Obstgarten des Klosters. Zunächst sollte jede:r seinen Lieblingssatz aus dem Evangelium vom Gang nach Emmaus nennen und seine Wahl kurz erläutern. Nach 3 Minuten des Schweigens sollte jede:r einen Gedanken nennen, der sie/ihn am Beitrag eines anderen angesprochen hat. Nach weiteren 3 Schweigeminuten wurde gemeinsam versucht, Aspekte zu finden, die für alle passen. Also gemeinsame Reflexion statt Debatte…
Die Türme von Benediktbeuern aus dem blühenden Obstgarten heraus
Beeindruckt von dieser Übung ging es zur abschließenden Eucharistiefeier in die Hauskapelle und schließlich, gestärkt durch Kaffee und mitgebrachten Kuchen (Vergelt’s Gott an alle Bäckerinnen!), auf den mehr oder weniger langen Heimweg.
