Provinzkongress mit Neuwahlen
Am Wochenende vom 19.-21. Juni trafen sich 24 SMDB, P. Heinz Menz und ein Interessent aus Köln in Jünkerath zum Provinzkongress, bei dem auch die Neuwahl des Provinzrats anstand. Er begann am Freitagabend mit dem Grußwort von Sr. Petra Egeling, zugeschaltet per PC aus Rottenbuch. Sie informierte über den Leitungswechsel bei den FMA zum 08. September. Sr. Maria Maul wird dann zum zweiten Mal die Aufgabe als Provinzleiterin übernehmen. Außerdem wechselt auch das Amt der Delegierten: Nach 21 Jahren gibt Sr. Irene Klinger, die leider persönlich verhindert war, die Aufgabe an Sr. Gisela Porges, bisher schon Delegierte für die österreichischen SMDB, ab. Das Gute-Nacht-Wort von Sr. Petra lautete: Klöster sind nicht dazu da, Probleme zu lösen. Sie sind dazu da, in den Problemen Gott zu loben. Mehr Vertrauen, weniger Pessimismus.
Sie waren in Jünkerath dabei.
Anschließend erläuterte Doris Landin die von ihr gestaltete Raummitte zum Thema „Veränderung“, bevor P. Menz den Bericht des Delegierten der SDB vortrug. Er erläuterte, dass auch die SDB vor zahlreichen Direktorenwechseln stehen, z.B. in Ensdorf, Essen, Jünkerath und München. Am 17. Oktober werden fünf SDB, darunter Br. Martin Böing aus Chemnitz zu Diakonen geweiht. Für sie bat er um die Begleitung im Gebet, aber auch generell um das stetige Gebet für neue Berufungen. Er erinnerte an die tolle Helfergemeinschaft vieler SMDB beim Würzburger Katholikentag und an das Provinzfußballturnier in Buxheim.
Die Mitte von Doris Landin
Danach folgten die Berichte aus den einzelnen OZ (11 von 16 waren vor Ort vertreten). P. Menz be-dankte sich für die darin sichtbar gewordene Reichhaltigkeit des Engagements der Gruppen und vieler einzelner SMDB.
Der Samstagmorgen begann mit Frühmesse und Frühstück, bevor Georg Leitenberger einen Bericht vom VI. Weltkongress der SMDB in Rom gab. Ihm fiel auf, dass der Generalobere, Don Fabio Attard, in seinem Vortrag nie wirklich einen Unterschied zwischen den Gruppen der Don Bosco Familie machte, sondern diese immer als Einheit ansah. Er ging von der Hochzeit zu Kana aus: Auch wir sollen wie Maria schauen, zuhören, überlegen und handeln. Don Bosco wollte nicht einfach helfen, er wollte erziehen. Don Attard forderte die SMDB auf, sich immer wieder persönlich mit wichtigen Momenten der Biographie Don Boscos zu beschäftigen. Er sagte: „Wir müssen Don Bosco kennen, nicht nur sein Image“. Am Runden Tisch für junge Menschen nahmen aus unserer Region RECO Julia aus Österreich und Stephanie aus Frankreich teil. Die Vielfalt des Lebens hier erfordert für Jugendliche die sehr frühe Notwendigkeit, Entscheidungen zu treffen, für die sie oft schwer Orientierung finden, was für sie richtig und passend ist. Wir SMDB müssen die jungen Menschen auch mit ihren Fehlern mögen. Soziale Medien führen sehr oft zu Missverständnissen. Die Don Bosco Familie könnte hier entschleunigend wirken, aber im Wissen, dass die Jugendlichen anders kommunizieren.
Weltkoordinator Borja Pérez (links)
Das zentrale Wort des neuen Weltkoordinators der SMDB, Borja Pérez aus Madrid, lautete: „Don Bosco braucht uns heute, nicht morgen!“ Was beim Weltkongress auffiel, ist, dass Westeuropa an der Mitgliederzahl gemessen eine sehr kleine Region ist. In der Slowakei z.B. gibt es alleine 4.000 SMDB und 200 weitere befinden sich in ihrer 2-jährigen Vorbereitungszeit!
Als nächstes waren die Kongressteilnehmer gefordert, sich bis zum Mittagessen in Kleingruppen über drei Fragen auszutauschen: „Welche Stärken hat unsere Provinz?“, „Was könnte noch verbessert werden?“ und „Wovon träume ich für die SMDB?“ Als Stärken wurden Offenheit, Respekt, Zusammenhalt und Familiarität genannt, zu verbessern sind in den Augen der Teilnehmer die Teilnahme an den Formungstagen, die Sichtbarkeit der SMDB und die Begleitung durch die Delegierten vor Ort. Und bei den Träumen gab es naturgemäß ein buntes Potpourri…
Am Nachmittag folgten die Rechenschaftsberichte: Die scheidende Koordinatorin Ulrike Fedke nannte als erreichte Ziele das Im-Blick-Behalten der Älteren durch die Weihnachtsbriefe von Helga Bender, die Interviews im SMDB unterwegs… und die Gratulationen zu Geburtstagen und Versprechensjubiläen durch Margit Rundbuchner, die Schwerpunktsetzung auf Nachhaltigkeit durch Herbstwanderung und Klimafasten, Aktionen, die auch in den anderen Gruppierungen der Don Bosco Familie als Initiativen der SMDB wahrgenommen würden, und die verstärkte Zusammenarbeit mit dem Provinzrat Österreichs. Ein Zeichen hierfür ist das neue Logo, das in einem langen, gemeinsamen Entscheidungsprozess umgesetzt wurde. Ein großer Schritt ist auch die Zusammenführung und Strukturierung des Archivs aus den bisherigen Sammlungen an zahlreichen Orten.
Hedi Mayr gab einen Überblick über die sehr stabilen Finanzen der SMDB. Obwohl nur knapp die Hälfte der Mitglieder ihren freiwilligen Solidaritätsbeitrag leisten, wird dies durch die hohe Spendenbereitschaft der übrigen gut aufgefangen. Der größte Ausgabenposten sind die Teilentschädigungen der Provinzrät:innen für die Anreisen zu den Sitzungen, auch wenn nur gut 10% der tatsächlichen Kosten erstattet würden. Viele Provinzräte würden aber auch verzichten oder die ausgezahlten Zuschüsse als Spenden wieder zurücküberweisen. Die Kosten des SMDB unterwegs… seien über die Jahre gestiegen, die vorliegende Qualität weiterzuführen sei aber wichtig, da sonst viele SMDB vom Leben der Vereinigung gar nichts mehr mitbekämen. Die Beiträge zum Weltrat wurden moderat erhöht, müssten in Zukunft aber weiter angepasst werden.
Paul Klein berichtete insbesondere von der großen Vertrautheit bei den beiden gemeinsamen Sitzungen mit dem österreichischen Provinzrat, die jährlich fortgesetzt werden sollen. Auch die Teilnahme als Englischdolmetscher am Regionalkongress Mitteleuropa-West in Baumkirchen (November 2025) war ein Höhepunkt seiner Tätigkeit als Sekretär. Der persönliche Austausch mit den TN, insbesondere aus Belgien, Großbritannien und Irland, war bereichernd. Die lokalen Archivsammlungen von Hermann Zöller (OZ Mannheim), Berthold Göttgens (OZ Ensdorf), Wilhelm Hartmann (OZ Essen) und Hannelore Meggle (OZ Buxheim) in zahlreichen Umzugskartons durchzusehen, zusammen mit Ehefrau Brigitte zu strukturieren und in Ordnern übersichtlich zusammenzufassen war eine lohnende Aufgabe. Der wertvollste Fund dabei waren die bis ins Jahr 1976 zurückreichenden Ausgaben des früheren „SMDB Aktuell“ der Nordprovinz! Und ein großer Schatz sind die vielen Hundert, wahrscheinlich deutlich über 1000 Bilder, die sich einfanden, von uns beiden digitalisiert wurden und nun für Rückblicke per PC zur Verfügung stehen.
Bernhard Klose berichtete über die Aus- und Weiterbildung, eine der Kernaufgaben jedes SMDB. Hier war die regelmäßige Durchführung der Formungstage in den vier Regionalgruppen der OZ und die Themenauswahl durch den PR ein Schwerpunkt. Der andere bestand in der Begleitung und Ausbildung der über das Bundesgebiet weit verteilten Interessenten. Die Ausbildung fand so weitgehend über Telefon oder online statt und wurde aufgeteilt zwischen einer Person, die sich um die Durcharbeit der Ausbildungsleitlinien der Provinz kümmerte, und ihm selbst, der die Artikel des ALP bearbeitete. Dies führte in den letzten drei Jahren zu 8 Neuversprechen.
Anschließend gab uns Provinzial P. Gesing, der überraschend zur Visitation in Jünkerath weilte, ein geistliches Wort mit auf den Weg zur Neuwahl des Provinzrats. Von den anwesenden bzw. durch Delegation legitimierten 13 Wahlberechtigten wurden gewählt: Barbara Klose (OZ Chemnitz), Georg Leitenberger (OZ Mannheim), Bernhard Klose (OZ Chemnitz) und Eva-Maria Reithinger (OZ München).
Der neue Provinzrat: Eva-Maria Reithinger, Bernhard und Barbara Klose, P. Heinz Menz und Georg Leitenberger (von links)
In der konstituierenden Sitzung des neuen Provinzrats, der leider nur aus der vorgeschriebenen Mindestanzahl an Mitgliedern besteht, wurde Bernhard Klose zum neuen Provinzkoordinator gewählt. Es folgte die Übergabe des „Staffelstabs“ und der Sitzungsglocke von Ulrike Fedke an den neuen Koordinator. Dann ging es zum gemütlichen Teil des Abends über und der Tagungsraum wurde etwas „umdrapiert“, damit die Interessierten das WM-Spiel der deutschen Mannschaft gegen die Elfenbeinküste verfolgen konnten.
Übergabe des Staffelstabes an den neuen Provinzkoordinator
Am Sonntag standen noch wichtige Abstimmungen an: über eine neue Wahlordnung, welche dann dem Weltrat zur Prüfung vorgelegt wird, über die Schaffung der Aufgabe eines Nachhaltigkeitsbeauftragten der SMDB und über Anpassungen der Datenschutzerklärung. Alle Vorlagen wurden jeweils einstimmig angenommen. Der Kongress endete mit einem Gebet zur verehrungswürdigen Mamma Margareta.
Nach dem Abschlussgottesdienst und dem schmackhaften Mittagessen ging es dann auf den Heimweg. Vielen Dank an Br. Mike Goldsmits und Br. Moritz Oßwald für die Gastfreundschaft in Jünkerath und an alle, die den Kongress so gut organisiert hatten.
Dr. Paul Klein SMDB, OZ Buxheim
Fotos: Paul Klein, Georg Leitenberger
