Provinzräte tagen gemeinsam

Veröffentlicht am: 29. Mai 2026

Deutscher und Österreichischer Provinzrat in München

Vom 17.-19. April trafen sich im Salesianum in München zum zweiten Mal binnen Jahresfrist die Provinzrät:innen aus Deutschland und Österreich zur gemeinsamen Sitzung. Als inoffiziellen Auftakt führte die Pastoralbeauftragte der Einrichtung, Martina Edenhofer, die früh angereisten Gäste durch die weitläufige Einrichtung und stellte deren Bedeutung für den Stadtteil heraus, wo sich Armut häufig zwischen den wohlhabenden Fassaden verstecke.

Offiziell begann die Sitzung dann am Samstagvormittag nach einem geistlichen Impuls von Hedi Mayr über die christliche Hoffnung mit den Berichten der Delegierten der FMA und SDB.

Sr. Irene Klinger gab bekannt, dass das neu renovierte Jugendzentrum in Magdeburg, wo die letzte PR-Sitzung stattfand, am 1. Juni von Bischof Feige offiziell eingeweiht wird. Am 8. September wird das Amt der Provinzleiterin von Sr. Petra Egeling auf Sr. Maria Maul übergehen, die sich ein zweites Mal für diesen Dienst bereit erklärt hat. P. Rudi Osanger berichtete über die 42 SDB in Österreich, die in 6 Einrichtungen tätig sind, darunter einer großen Privatschule, die im neuen Schuljahr erstmals 6 Eingangsklassen der 5. Jahrgangsstufe haben wird. Auch hier gibt es mit P. Peter Rinderer, ausgebildeter Journalist und bisher Diözesanjugendseelsorger in Innsbruck, einen neuen Provinzial. Fünf indische Salesianer werden in Kürze im Rahmen des „Projekts Europa“ nach Österreich kommen und hoffentlich für einige Jahre die salesianische Präsenz verstärken. Zur Situation der SMDB meinte P. Rudi, dass manchen SDB die Sensibilisierung für die SMDB fehle. Als erste Maßnahme wollen sich die Ortsdelegierten der SDB mit P. Rudi und der FMA-Delegierten, Sr. Gisela Porges, treffen und sich über die Berufung, Identität und Bedürfnisse der SMDB austauschen.

Die Provinzräte bei der Arbeit

P. Heinz Menz berichtete aus den 27 deutschen SDB-Niederlassungen, u.a. vom bevorstehenden Fest der Stifterfamilie in Benediktbeuern und dem Programm auf dem Katholikentag in Würzburg. Am 18. Juli wird es ein Fest zu 100 Jahren SDB in Buxheim geben. Die Fusion der beiden Einrichtungen Kloster Benediktbeuern und Zentrum für Umwelt und Kultur ist weit gediehen, ohne dass es zu Entlassungen in der Verwaltung gekommen ist. 100 Innenräume sind nach dem Hagelschaden immer noch zu erneuern und in der Basilika werden derzeit die Deckengemälde gesichert und die Elektrik erneuert.

Nach der Kaffeepause moderierte Bernhard Klose die Fragen: Wie wollen wir uns in Zukunft gemeinsam organisieren, wo uns in Absprachen und gemeinsamen Texten mehr verzahnen? Wie können wir als Mitglieder der weltweiten DBF besser zusammenwachsen? In dieser Hinsicht sind die SMDB-Provinzen unabhängig von den SDB. Es wurde vereinbart, die jährlichen gemeinsamen Sitzungen beizubehalten, Einladungen zu Veranstaltungen künftig auszutauschen, bei Jahrestreffen ein Grußwort (per Video) aus dem anderen Land einzuspielen, eventuell Referenten über die Grenzen hinweg auszutauschen. Bezüglich gemeinsamer Texte von Dokumenten soll es im Herbst ein Onlinetreffen der dann jeweils neu gewählten Provinzräte geben, wo Schritte zu einer gemeinsamen Geschäftsordnung (Direktorium) besprochen werden.

Martina Edenhofer (Pastoralbeauftragte im Salesianum) mit den Gästen vor der Skulptur „Don Bosco als Seiltänzer“ mit P. Rudi Osanger, Sophie Vater, Paul Klein, Helga Bender und Hedi Mayr (von links)

 

Anschließend wurde lange über die Ausbildung neuer Interessenten an den SMDB gesprochen, für die es in der Region RECO keine einheitliche Strategie gibt. Am Nachmittag ging es um den Erfahrungsaustausch über die in Österreich zahlreichen jungen SMDB im Alter vor der Familiengründung. Diese stammen oft aus der dort stark vertretenen Salesianischen Jugendbewegung „Confronto“, die zum 100. Todestag Don Boscos 1988 entstand und in Deutschland nicht Fuß gefasst hat. Grund ist vielleicht der in Österreich bestehende SDB-Schwerpunkt der Pfarrarbeit. Ab ca. 25 Jahren ist man für die dazugehörigen Veranstaltungen „zu alt“; manche suchen dann nach einer Fortsetzung und landen oftmals bei den SMDB. Eine gemeinsame Idee war, alle deutschen Einrichtungen alle drei Jahre zur Teilnahme an „Come to Bosco“ zu bewegen. Dies kann berufungsstärkend und sogar berufungsentscheidend wirken.

Am Abend kam Provinzial P. Reinhard Gesing für 90 Minuten mit den SMDB im Stüberl des Gästehauses zusammen und beantwortete bereitwillig deren zahlreiche Fragen.

Paul Klein vor dem Archivschrank der deutschen SMDB

Manche der österreichischen Provinzrät:innen mussten schon vor und gleich nach dem Frühstück aufbrechen, für alle übrigen endete das herzliche Geschwistertreffen mit dem von P. Heinz und P. Rudi zelebrierten Sonntagsgottesdienst in der Hauskapelle. Ein großer Dank gebührt allen, die den organisatorischen Aufwand dieser Sitzung zu bewältigen hatten!

Paul Klein

Fotos: Ulrike Fedke, Paul Klein